Antrag nach §7 der GO für den Rat der Stadt Gladbeck und seine Ausschüsse hier: Alternative Versäumnisgebühr für Kinder in der Stadtbücherei – Kinder lesen die Mahngebühren weg 

Sehr geehrter Herr Tack,

namens unserer Fraktion beantrage ich, den Punkt

Alternative Versäumnisgebühr für Kinder in der Stadtbücherei –

Kinder lesen die Mahngebühren weg 

auf die Tagesordnung der Sitzung des Kulturausschusses am 13.09.2021 zu setzen.

Begründung:

Selbstverständlich müssen Kinder an Regeln der Gemeinschaft herangeführt werden. Dazu gehört auch die Übernahme von Verantwortung bei einer Ausleihe von Büchern und anderer Medien, die der Gemeinschaft gehören. Oftmals ist es aber für Kinder aus armen Familien finanziell schwierig, Mahn- beziehungsweise Versäumnisgebühren zu bezahlen.

Wie der US-Sender CBS schon Ende 2018 berichtete, ist es an der „East Los Angeles Library“, der öffentlichen Stadtbücherei in Ost Los Angeles, möglich, dass Kinder derlei Mahn- Gebühren einfach „weg lesen“ dürfen. Dabei verzichtet die Bibliothek auf 5$ Gebühren, wenn die jungen Menschen jeweils eine Stunde vor Ort lesen. In dieser Einrichtung gilt das Angebot sogar für Menschen bis zum 22. Lebensjahr.

Dieser Ansatz erscheint mir besonders wertvoll. Zum einen werden Kinder dazu angehalten, „Schaden wieder gut zu machen“, weil sie ja durch die zu lange Ausleihe anderen Kindern das Lesen der Bücher unmöglich machen. Dies wäre aber auch darüber hinaus eine „altersgemäße“ Alternative zu einer „Strafzahlung“, da sie im Rahmen dessen liegt, was für Kinder aus eigener Kraft leistbar ist. Die Stadtbücherei wird so als freundlicher Ort wahrgenommen und letztlich birgt diese Herangehensweise auch eine Leseförderung für Kinder, was insgesamt auch zur Sprachförderung beiträgt.

Beschlussentwurf:

Die Verwaltung wird beauftragt, zu überprüfen, ob es möglich ist, in der Stadtbücherei Gladbeck Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre bei Rückgabeversäumnis lesen statt Gebühren zahlen zu lassen. Dabei ist zu berücksichtigen:

  1. Wie viele Kinder in Gladbeck würden ein solches Angebot annehmen können, bzw. müssen sonst Mahngebühren zahlen?
  2. Welcher zusätzliche Aufwand wäre schätzungsweise für die Mitarbeiter*innen durch die Beaufsichtigung und Beratung zu leisten?
  3. Welche Gebührenausfälle sind zu erwarten?

Mit freundlichen Grüßen

gez. Christiane Dunkel

Ratsfrau