Antrag nach §7 der GeschO für den Rat der Stadt Gladbeck und seine Ausschüsse, hier: „Blauflächen (Teiche und Seen)“

Sehr geehrter Herr Namyslo,

namens unserer Fraktion beantragen wir, den Punkt

Zustand der Blauflächen (Teiche und Seen) im Bereich der Stadt Gladbeck insbesondere unter Berücksichtigung der Wassertiefe, bzw. der Verschlammung und Verlandung

auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Sicherheit und Ordnung/Betriebsausschuss am 22.11.2021 zu setzen.

Begründung:

Aus Gesprächen mit Bürger:innen haben wir erfahren, dass der Eindruck entstanden ist, dass die Blauflächen (Teiche und Seen) in Gladbeck zunehmend verschlammen und versanden. Es wird darauf hingewiesen, dass sich an den Uferbereichen inzwischen so viel Sediment angesammelt hat, dass diese Bereiche zunehmend verschilfen. Zum anderen sei der Wasserstand im Uferbereich angestiegen, sodass inzwischen der Wurzelbereich von ufernah wachsenden Bäumen ausgespült würde, wodurch sie ihre Standfestigkeit verlören. Durch die geringe Wassertiefe nähme der Sauerstoffgehalt ab und durch die Fäulnisprozesse speziell am Schlossteich Wittringen komme es inzwischen zu Geruchsbelästigungen.

Natürlich ist es klar, dass mit abnehmender Größe und Tiefe einer Blaufläche ihre Stabilität im Sinne ihrer Lebensdauer abnimmt. Je kleiner ein Gewässer ist, desto stärker wirken sich Stoffeinträge aus, da sich Nährstoffe, Biomasse sowie mineralische Sedimente relativ zu Wassermenge in kürzerer Zeit stärker anreichern. Durch diesen Eintrag und die Sedimentation organischen und mineralischen Materials wächst eine sich verfestigenden Schlammschicht, in der wenigstens sauerstoffarme, zum Teil sogar anaerobe Bedingungen herrschen. Besonders in Hitze-Perioden und den damit verbundenen sinkenden Wasserständen kann es dadurch zusätzlich zu Sauerstoffzehrungen kommen. Die daraus entstehenden Folgen für die Wasserqualität sind hinreichend bekannt; das Gewässer droht „umzukippen“.

Speziell die in Gladbeck vorherrschenden ganzjährig wasserführenden Blauflächen sind besonders von diesen Problemen betroffen. Die eingetragene Biomasse in austrocknenden Gewässern oxidiert und wird zu großen Teilen als Pflanzennährstoff der Umgebung wieder zugeführt. Dies ist bei unseren Anlagen nicht der Fall.

In diesem Zusammenhang möchten wir folgende Themen erörtern:

    • Wie ist die aktuelle Wassertiefe in den verschiedenen Gladbecker Blauflächen?
    • Wie tief sollten die Wasserflächen im Sinne eines gesunden und gut belüfteten Ökosystems sein?
    • Welche Kosten entstünden durch eine umfassende Sanierung durch zum Beispiel einen Aushub?
    • Welche Fördermittel könnte die Stadt dazu beantragen?

Einen Beschlussentwurf halten wir uns vor.

Mit freundlichen Grüßen

 

Hasan Sahin                                                                     Jens Bennarend

Ratsherr und                                                                     Ratsherr

Sprecher im Ausschuss

Sicherheit, Ordnung,

Feuerwehr/ZBG